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Rückführungstherapie & Mißbrauch

Seit vielen Jahren arbeite ich Medial, ermutige Menschen dazu ihre Partnerschaft mit frischem Leben, Freude und neuer Liebe zu bereichern und neue Wege zuzulassen. Ich mache aufmerksam auf schlummernde Talente und weise auf neue berufliche Perspektiven hin oder versuche Lösungsmöglichkeiten zu channeln für zwischenmenschliche Angelegenheiten in Familien.
Auch mir waren die vielen Klischees die Rückführungen umranken bekannt. Es geht um historisch ominöse Gestalten, düstere Klostergänge, etliche Todeserlebnisse usw. Selbstverständlich begegnen uns in Rückführungen einige dieser Versionen und viele andere. Es fällt mir jedoch auf, dass gerade die spektakulären Schemas selten bis gar nie vorkommen. Es ist eher das unaufgeregte Erlebnis das erschüttert und der Umstand in welcher Tiefe es durchlebt werden kann. Es sind einfache Menschen die ihr bescheidenes Dasein leben und zudem meist auf tragische Weise ihr Leben verlieren.
Trotzdem hat mich all dies nicht dazu bewogen Rückführungstherapeut zu werden. Es gibt einen gravierenderen Grund. Es ist der Umstand des sexuellen Missbrauchs der mir immer wieder und leider allzu oft in meinen Gesprächen begegnet. Es ist sexuelle Gewalt oder gar rohe Gewalt. Von zehn Gesprächen mit Klienten oder ich sage es treffender Klientinnen, sind sieben in irgendeiner Form davon betroffen. Es sind nicht die Medien die das Thema so omnipräsent machen. Es sind die Umstände, es ist leider Realität. Wie mir die Gespräche mit meinen Klientinnen bestätigen, ist der Täter höchst selten der geheimnisvoll lauernde Pädophile. Es sind der „liebevolle" Vater, Onkel, Bruder, Lehrer, Trainer, Mitschüler, alles Menschen die ihren ganz normalen Platz in unseren Leben einnehmen und das Vertrauen eines jeden einzelnen Opfers schändlich missbrauchen. Dies alles führte schliesslich dazu, mich zum Rückführungstherapeuten auszubilden?
Als Medium bin ich immer wieder mit dieser Problematik an meine Grenzen gestossen, es blieb mir nur, auf die Hilfe von Psychologinnen und Psychotherapeuten zu verweisen, was ich nach wie vor in einzelnen Fällen auch tue. Nur tut sich mir mit der Rückführungstechnik eine Alternative auf und nicht nur dies. Die Rückführungstherapie erweist sich gerade in solchen Erlebnissen als äusserst schonende und behutsame Methode, erlebtes Leid so sorgfältig wie möglich und so schonend wie nötig aufzuarbeiten. Dennoch lässt sich aus meiner Erfahrung der grösste Schmerz des Erlebten fast immer lösen und größtenteils dauerhaft auflösen. Das Ziel ist schlicht, diese Gefühle nur noch zu einer entfernten Erinnerung zu degradieren. Vergessen lassen sich solche Erlebnisse ohnehin nicht. Doch es wäre für jedes Opfer wichtig und schön zu erleben wenn sie so losgelassen werden können, dass es ihre Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigt. Beispielsweise es in einer Partnerschaft wieder eine unbekümmerte Sexualität ermöglicht. Das Verhältnis in Familien oder die Beziehung zu Eltern erleichtert und ein gesundes nebeneinander wieder ermöglicht.
Unerträgliche Gefühle und Erlebtes behindern Opfer solcher Taten in ihrem täglichen Leben, es macht sie unfrei, um ein unbeschwertes Leben wie andere führen zu können. Manche Klienten staunen an welch neuralgischen Punkten, ihre Erlebnisse sie einholen. Hier und da findet gar das Unmögliche statt und es gedeiht ein Verzeihen. Das Verzeihen ist gewiss die schwierigste, dennoch die effektivste Form um Schuldgefühle aufzulösen, von Schmerz zu befreien und von so vielen anderen Begleitumständen die Missbrauchsopfer erfahrungsgemäß das ganze Leben mit sich herum tragen.
Vielen Klienten ist es erst gar nicht bewusst und es ist allgemein wenig bekannt, dass Rückführungstherapie solch wertvolle Hilfe leisten kann, dass sie eine entscheidende Hilfe ist beim loslassen von negativen Gefühlen.
Ich erlebe eine Regression in meiner alltäglichen Praxis als etwas sehr ergreifendes, berührendes und bis in unser tiefstes Unterbewusstsein bewegendes Erlebnis für den Klienten und für mich. Es macht mich unendlich glücklich und zufrieden, einer missbrauchten Klientin nach einer gelungenen Behandlung in ihren Augen und später dann auch am Lächeln und im Gespräch, die befreiende Erfahrung zu sehen und zu spüren. Dies zumeist in ein bis drei Sitzungen, relativ schmerzlos ohne stundenlange Gespräche über Monate. Sicher ist eine richtige und wichtige Möglichkeit eine Psychotherapie, aber nicht für jeden Klienten ist es die stimmige Lösung, es sollte wirklich jede Chance genutzt werden die von Nutzen sein kann und da ist eine Rückführungstherapie eine hilfreiche Möglichkeit. Selbstverständlich wird auch immer wieder Zweifel und Kritik laut, was die Rückführungstherapie betrifft. Einer meiner Lehrer, Dr. Jan Erik Sigdell, ein weltweit führender Rückführungstherapeut, der einige Bücher zum Thema geschrieben hat und noch heute lehrt, schreibt dazu:
„Niemand wird krank, weil er die Wahrheit erfährt, für die er reif ist. Viele sind aber deshalb krank, weil sie die eigene Wahrheit nicht kennen - erst recht dann, wenn sie diese nicht wissen wollen."
In einer Welt wie sie sich heute darstellt und die Sprechzimmer der Ärzte voll sind von Patienten die Burnouts, Verlust von Arbeitsplatz, Missbrauch, Lebenskrisen erleben, können wir Rückführungstherapeuten unseren wertvollen Anteil leisten. All dies ist es was mich umtreibt bei meinem täglichen Weg zur Praxis und zu meinen Klienten.

Januar 2017

von Franco Hueber

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